Zwei Seiten vom Pferd

Ein Gleichnis mit dem ich mich oft beschäftige und von immer wieder neuer Seite beleuchte ist das vom verlorenen Sohn. Ich habe mal einen besseren Titel gehört: Vom verlassenen Vater. Oder – gerade im Sinn – Vom sehnsüchtigen Vater.

Wers nicht kennt, hier die Kurzversion. (Original steht in Lukas 15)

Reicher Vater mit zwei Söhnen. Jüngerer Sohn verlangt vorzeitig sein Erbe, zieht in die Welt, verprasst alles, steht dann alleine da, muss seinen Unterhalt mit Schweine hüten verdienen und will vor Hunger sogar deren Fressen essen. In der Situation besinnt er sich – O-Ton: Er kam zu sich – denkt an seinen Vater und wie gut es die Diener dort haben, erkennt seine Fehler und macht sich auf dem Weg zurück. In Sichtweite des Hauses angekommen, läuft ihm der Vater entgegen und umarmt ihn und küsst ihn. Der Sohn gesteht seinen Fehler (Sünden!) ein, der Vater geht darauf gar nicht ein, läßt Ring, Sandalen und Mantel holen, ein Kalb schlachten und lädt zur Feier ein. Der ältere Sohn, die ganze Zeit über fleißig helfend, bekommt es mitund wird wütend. Geht nicht auf die Feier, bis schließlich sein Vater diese verläßt, um mit ihm zu reden. Der ältere Sohn beschwert sich, dass nie solch eine Feier für ihn gegeben wurde und das nun auch noch für den Jüngeren, der das ganze Geld durchgebracht hat. Der Vater antwortet sinngemäß: Dein Bruder war verloren und nun ist er wiedergefunden und du warst doch die ganze Zeit bei mir und hattest alles. Wie der ältere Sohn reagiert bleibt offen.

Die Geschichte ging mir eben durch den Sinn und zwar im Zusammenhang mit Sünde.

Der jüngere sündig sehr offensichtlich. Verlangt vom lebenden Vater das Erbe, geht in die Welt nur für den Genuß und vergeudet alles was er bekommen hat.

Der ältere sündigt versteckter. Er klagt erst an, als er von der Gnade des Vaters hört. Er zeigt seinen Undank und ist zornig.

Beide Söhne haben das gleiche Problem, sie erkennen das Wesen des Vaters nicht. Dieser ist rein, ohne Sünde ohne Arg, wie es manchmal in der Bibel heißt. Er ist geduldig mit beiden Söhnen, er lädt sie beide zu sich ein, er zwingt ihnen nichts auf, aber hält alles für sie bereit. Er will nichts für sich, sondern gibt. Keine Klage kommt von ihm.

Wir sind die Söhne. Man könnte jetzt streiten welcher die größeren Sünden begeht und wer eher was verdient hat. Genau hier sehe ich einen Ansatzpunkt aus diesem Gleichnis zu lernen. Keiner von beiden hat etwas Gutes verdient. Man kann sich Gottes Gnade nicht verdienen. Geht nicht. Sonst wäre es keine Gnade. Nur annehmen geht.

Das grundlegende Problem der Söhne ist ihre sündige Natur, die sie nicht erkennen läßt wer ihr Vater ist. Sie können das nicht erkennen, weil sie blind dafür sind. Der Mensch kann Gott nicht erkennen oder ihm nahe sein, weil er eine sündige Natur hat. Das trennt.  Und das von Anfang an. Wir können nicht mit unseren verklebten Augen das helle Licht erkennen. Diese Natur  wird auch nicht anerzogen, sondern sie ist von der Geburt an da. Geerbt. Von Adam und Eva weitergereicht.

An den beiden Söhnen kann man auch sehen, dass es egal ist wie man diese Natur auslebt. Beide fallen vom Pferd. Meines erachtens hat es der zweite schwerer, da er meint sich etwas vom Vater zu verdienen zu können und damit „im Recht“ zu sein. Besser zu sein als sein jüngerer Bruder.

Wir haben alle die Herrlichkeit verfehlt. Auf Grundlage der Sünde und durch die Umstände unseres Lebens, hat jeder von uns eine Art und Weise gewählt diese zu verfehlen. Wir können gar nicht anders……

Gott gab die zehn Gebote, um uns das klar zu machen. Denn wenn man die Regeln nicht kennt, weiß man auch nicht richtig und falsch zu erkennen, sondern ist verloren darin immer nur der eigene Maßstab sein zu können. Durch das Gesetz wurde klar erkennbar, dass der Mensch so wie er ist, nicht fähig ist, diese einzuhalten.

Nun kann man ja auch die Idee kommen, dass man all das doch halten kann, indem man sich z.B. den Umständen, der Welt soweit entzieht, dass die Herausforderungen minimiert werden. Kloster haben u.a. diesen Sinn.

Aber Jesus hat das Ganze dann verschäft indem er die Regeln ins Gedankenleben des Menschen übertragen hat. Wenn wir im Herzen…….

Also, wenn wir das alles gar nicth einhalten können, was bleibt uns dann? Sind wir für immer verloren? Können wir wirklich nicht anders?

Wir nicht, aber ER kann!

Dadurch, dass wir die Botschaft vom Kreuz annehmen und uns retten lassen. Retten lassen wohlgemerkt, denn Gott gibt die Gnade. Nur er ist dazu fähig. Er hat seinen Sohn gesandt, um unsere Übertretungen des Gesetzes auszulöschen. Er alleine ist würdig. Und es geht in der Geschichte als erstes um den sehnsüchtigen himmlischen Vater, der noch geduldig auf die Kinder wartet. Als zweites geht es dann um die Kindern, die den Auftrag haben, es weiterzusagen.

Und auch mit der Annahme der Gnade ist erst der Anfang getan, der er will dass wir seinem Sohn Jesus ähnlich und immer ähnlicher werden.

David sagt in Psalm 139
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Wir brauchen Gott unser ganzes Leben und nach unserer Errettung gehören wir nicht mehr uns selbst, sondern dem der das Lösegeld bezahlt hat.
Wir sind keine Verdiener, sondern Diener.

 

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Das Ringen um das Wesentliche

Es gibt diese Reizthemen, hat ies sicher zu allen Zeiten in verschiedenen Facetten gegeben, bei denen der biblische Befund mit den Moden der Zeit kollidiert.

Beispielsfrage: Wieso müssen Teenager schon Freund/Freundin im Sinne von „miteinander gehen“ haben?

Je nachdem wen man fragt, bekommt man ensprechende Antworten. Der eine nickt zustimmend mit dem Kopf, die andere wirft einem gleich „Gesetzlichkeit“ vor.

Ich bin an diesen oberflächlichen Reaktionen nicht interessiert, da sie oft genug einfach nur eine emotionale Reaktion sind, je nachdem ob man sich eingeschränkt oder bestätigt fühlt.

Meiner MEINUNG nach fehlt Teenagern nichts, wenn sie auf Freund oder Freundin verzichten. Ich denke auch nicht, dass da irgendwas geübt werden muss. Meiner MEINUNG nach.

Wirklich interessiert bin ich daran herauszufinden, was Gottes Wille ist und WARUM SEIN Wille so ist. Und das ist meist nicht mit einem kurzen Schlagabtausch á la Talkshow abgetan. Ich mag das Ringen mit anderen, bei dem es nicht um RECHT haben, sondern um WAHRHEIT finden geht.

Ja, es stimmt, ich bin ein Freund von großen Begriffen. WAHRHEIT ist dabei einer meiner Favoriten. Gleichzeitig möchte ich nicht nur damit herumluftschlössern, sondern die PS auf die Straße bringen. Die Erkenntnis in Handlungen umsetzen. Die WAHRHEIT in die WIRKLICHKEIT bringen. Bin ich zu verstehen?!?

 

Beschneidung

Gerade eben habe ich die Blätter unserer Pfanzen zu Hause beschnitten, mache ich sonst nicht so. Allerdings finde ich es in letzter Zeit interessant. Ok, soweit dazu.

Während ich so abschneide, habe ich den Gedanken, dass das aber nicht „nett“ ist der Pflanze das abzutun, manche der Blätter sind doch nur ein bißchen gelblich oder braun an den Rändern. Aber die Pflanze muss Kraft aufwenden, um etwas am Leben zu erhalten, woraus nichts weiter entstehen wird. Sie braucht Wind und Wetter, drinnen den Menschen, der das wegtut was das „wahre“ Leben, durch Ablenkung auf Unwesentliches, behindert. Also ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass das was ablenkungt abgeschnitten wird. Als guter Gärtner muss ich nun wissen wie weit ich die Pflanze bescheiden darf, so dass ich ihr nicht die Grundlage fürs Leben nehme.

Die Pflanze sieht jetzt kleiner aus, man könnte meinen, dass sie „weniger“ wäre. Das der Gärtner das Leben, die Fülle weggenommen hätte.

Überblick man jedoch einen größeren Zeitraum, dann wird bewußt, dass die Pflanze nun die ihr gegebene Kraft in neues Grün investieren kann. Das was noch nicht ist, wird in Zukunft sichtbar werden. Neues, gesundes Wachstum.

Gott, unser Schöpfer, überblickt soviel, dass unsere Ahnung darüber nur ein Hauch ist. ER will uns zu gesunden Menschen machen, die, um zu zeigen wie ER ist, Füller hervorbringen sollen. Er beschneidet uns dazu immer wieder und das ist nicht „nett“, aber voller Liebe, da genau diese Liebe die Fülle ist, die ER der Welt durch uns präsentieren will.

Start

Hallo.

Immer wieder habe ich diese Ideen über den Glauben. Ich denke oft darüber nach, wie wir Jesus verkörpern können, schließlich sind wir sein Leib, jeder ein Teil davon.

Ich denke über die Aufträge nach, die ER uns gegeben hat und die Anweisungen wie diese Aufträge zu erfüllen sind.

Es ist erstaunlich zu lesen wer wir durch IHN geworden sind und herausfordernd das zu glauben, um es dadurch auch wirklich zu werden. Paradox, oder?

Ich bin unzufriedenen mit dem was in Gemeinden, ich kenne allerdings nur einige, vor sich geht. Scheinbar oft ein Kreisen um sich selbst, während da draußen an den meisten Ecken eine Welt stirbt. Ich nenne es der Einfachheit halber mal das religiöse System.

Auf der Suche nach der „richtigen“ Gemeinschaft bin ich darauf gestoßen, dass es nicht um Orte, Dienste, Termine, Programme, sondern um Beziehungen geht, ein Lernen aus der Bibel und ein Leben auf dieser Grundlage. Mal ganz einfach ausgedrückt.

Ich will hier diese oben erwähnten Ideen loswerden und vielleicht nutz ER diese, um….

Ah, eins noch: Ich gehe nicht davon aus immer Recht zu haben, auch wenn ich es sehr gerne so hätte. Aber ich gehe von dem Grundsatz aus, dass es eine WAHRHEIT gibt und das diese erkennbar ist. Und das es davon abgleitet auch eine Lehre gibt, ganz nach Apostelgeschichte 2,42 – „..und sie blieben in der Lehre der Apostel“. Und ich möchte diese erkennen und danach leben.

Das ist meine große Sehnsucht.